AUSSTELLUNGEN – HEUTE UND DAMALS

Aktuelle Ausstellungen

2026/27 – Die Ausstellungen & Veranstaltungen zum 150. Geburtsjahr von Joseph Anton Schneiderfranken

Zum 150. Geburtstag von Bô Yin Râ (25. November 1876 † 14. Februar 1943) finden 2026/27 Ausstellungen und Veranstaltungen statt, die Werk, Wirkung und historischen Kontext seines Schaffens in den Mittelpunkt stellen.



Sonderausstellung „Bô Yin Râ. Das geistige Lehrwerk”

Donnerstag, 28. Mai bis 4. Oktober 2026 – Eröffnung 17:00 Uhr

Schatzkammer der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften im Barockhaus, Neißstr. 30, Görlitz


Die Sonderausstellung widmet sich den Büchern, die Joseph Anton Schneiderfranken unter seinem geistigen Namen Bô Yin Râ veröffentlichte und stellt alle 32 Bände des geistigen Lehrwerks Hortus conclusus vor – wovon zwölf Bände während seiner Zeit in Görlitz erschienen sind.


Offener Gedankenaustausch „Anmerkungen zum Lehrwerk von Bô Yin Râ” mit Klaus Weingarten und Jörg Heidemann

Freitag, 29. Mai 2026 – 10:30 Uhr, Literaturhaus Alte Synagoge  Obermarkt 17, Görlitz  


Ausgehend von den drei Kapiteln „Karma” (Das Buch vom Lebendigen Gott, 2), „Die Lehre” (Das Buch der göttlichen Kunst, 1) und „Magie” (Das Buch der Gespräche, 9), welche als gesprochene Hörstücke von Ronald Steckel Teil der Sonderausstellung „Bô Yin Râ. Das geistige Lehrwerk“ sind, laden Klaus Weingarten und Jörg Heidemann alle Interessierten zum Gedankenaustausch in offener Runde ein. 


Zu den vollständigen Hörbüchern gelangen Sie hier


Die Veröffentlichung des 32-bändigen metaphysischen Lehrwerks Hortus Conclusus (der umschlossene Garten) begann 1919 von Görlitz aus und wurde 1936 vollendet. 1937 wurden alle Schriften in Deutschland verboten. Begleitetet von drei gesprochenen Kapiteln in Büchern aus Bô Yin Râs Zeit in Görlitz wollen wir in das Werk eintauchen und ergänzend Hintergründe zur Entstehung nennen sowie die damalige Rezeption beleuchten.


Der bekannte Dirigent und Komponist Felix Weingartner sagte in einem Interview: „Bô Yin Râ trägt nichts von außen in uns hinein; wer das, was er uns mitteilt, ganz in sich aufnimmt, erfährt eine Neugestaltung von innen heraus, eine Klärung, Vergeistigung seines Wesens, ohne dadurch im geringsten der ihn umgebenden Welt entfremdet zu werden.” 


Vortrag von Klaus Weingarten „Joseph Anton Schneiderfranken und Gustav Meyrink”

Samstag, 30. Mai 2026 – 10:30 Uhr, Literaturhaus Alte Synagoge Obermarkt 17, Görlitz


In seinem Vortrag mit anschließender, offener Diskussionsrunde, beleuchtet Klaus Weingarten den Austausch bzw. die spannende Kreuzung der Lebenswege dieser beiden Persönlichkeiten.


Im Jahr 1917 reiste der Schriftsteller Gustav Meyrink nach Görlitz, um Joseph Anton Schneiderfranken, der 4 kleine Schriften mit den Initialien B. Y. R. veröffentlicht hatte, kennenzulernen. 1919 schrieb Meyrink das Vowort zu der ersten Veröffentlichung des Lehwerks „Das Buch vom lebendigen Gott”, die unter dem geistigen Namen Bô Yin Râ erschien. Es ist belegt, dass Schneiderfranken Meyrink 1920 in Starnberg besucht hat. 1921 schrieb Schneiderfranken in dem Text „Der Dichter des Golem” über die außergewöhnliche schriftstellerische Begabung von Meyrink. Eine gemeinsame Zusammenarbeit während des Görlitzer Jakob-Böhme-Bundes ist in historischen Zeitungsartikeln dokumentiert. 

 

Der Maler und Schriftsteller Lama Anagarika Govinda äußerte 1962, dass Bô Yin Râ ihm 1922 auf Capri persönlich mitteilte, dass Meyrinks Romane nicht auf Phantasien, sondern auf realen Erlebnissen beruhen. Und er weist auf eine Textstelle aus dem Roman „Das grüne Gesicht” hin. „Wie prophetisch ist z. B. die Beschreibung Rotterdams! Hier ein Satz, der geradezu auf Bô Yin Râs Wirken zugeschnitten sein könnte: ,In gewissem Sinne haben die ganz recht, die lachen, wenn einer sagt, er wolle die Menschheit umgestalten. – Sie übersehen bloss, dass es vollkommen genügt, wenn ein einzelner sich bis in die Wurzeln umgestaltet. Sein Werk kann dann niemals vergehen, – gleichgültig, ob es in der Welt bekannt wird oder nicht. So hat einer ein Loch ins Bestehende gerissen, das nie mehr zuwachsen kann, ob es jetzt die andern gleich bemerken oder eine Million Jahre später. So ein Loch in das Netz zu reissen, in das die Menschheit sich verfangen hat – nicht durch öffentliches Predigen, nein: indem ich selbst der Fessel entrinne, das ist’s was ich will (S. 152).’”


Ausstellung „Rekonstruktion der Gemäldeausstellung von Joseph Schneiderfranken 1919 in Görlitz”

27. November 2026 bis 14. Februar 2027, Dom Kultury Zgorzelec


Zum 150. Geburtstag (25. November 1876) wird die Rekonstruktion der Schneiderfranken-Gemäldeausstellung von 1919 durch hochwertiger Reproduktionen gewürdigt und der Beginn der Jakob-Böhme-Bundes nachvollzogen.


Wie bereits vor über hundert Jahren wird sie am selben Ort im Dom Kultury (ehemalige Oberlausitzer Gedenkhalle) stattfinden.


Historisches Ausstellungsheft

Das Ausstellungsheft von 1919 ansehen.

Felsenküste auf der Insel Syra (2) von Bô Yin Râ

© Deutsche Bô Yin Râ-Stiftung

Der Ossa in Thessalien (2) von Bô Yin Râ

© Deutsche Bô Yin Râ-Stiftung

Weitere Informationen sowie konkrete Termine werden hier und hier bekannt gegeben.


Ausstellungshistorie

1919 – Gemäldeausstellung von Joseph Schneiderfranken, Dom Kultury Görlitz

Vom 10. August bis 6. September 1919 fand eine Einzelausstellung mit 66 Gemälden von Bô Yin Râ unter dem Titel Griechische Landschaften, Deutsche Landschaften & Blumenstücke statt.


Nachzulesen in Magische Blätter, Band 5 (2021).


1921 – Erste Ausstellung des Jakob-Böhme-Bundes in der Stadthalle Görlitz

Am 22. Mai 1921 eröffnete die erste Ausstellung des historischen Jakob-Böhme-Bundes in der Görlitzer Stadthalle, in der der Bilderzyklus Welten von Bô Yin Râ erstmals gezeigt wurde.


Dokumentiert in Magische Blätter, Band 6 (2021).

Ausstellung von Fritz Neumann-Hegenberg, Bankettsaal der Stadthalle Görlitz, 1919

Ausstellung von Fritz Neumann-Hegenberg, Bankettsaal der Stadthalle Görlitz, 1919 

Elementar für die Findung, Vorgeschichte und Gründung der Künstlervereinigung war die Ausstellung des Mitbegründers und Malers Fritz Neumann-Hegenberg im Jahr 1919. Die Konzertsängerin Hildegard von Lyncker Neumann-Hegenberg, Ehefrau des Künstlers, schrieb hierzu 1956:


„Schneiderfranken, den wir beide bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht persönlich kannten, kam zur Vorschau der Bilder. Er ging schweigend durch die Säle. Tagsdrauf bei der Eröffnung hielt er eine Ansprache, die meinen Mann und mich zutiefst berührte und erschütterte! „Woher kennt mich denn dieser Mensch?” Dieser Weise und Seher eröffnete neue Erkenntnisse und Wege für Neumann-Hegenberg! Es mag wohl auch nicht oft sein, dass Männer in diesem Alter sich noch in Freundschaft finden können. Vier Jahre des Zusammenwirkens im Kunstleben kamen noch für beide. Unter anderem entstand der Jakob-Böhme-Bund, eine Vereinigung schaffender Künstler, in die nur wenige zur Mitgliedschaft aufgefordert wurden, die nach ihrer Einstellung sich eigneten. Zu diesen wenigen gehörten Hans Poelzig, Gustav Meyrink, Hermann Stehr, Carl Hauptmann und Hans Heinz Stuckenschmidt.”


Im Zuge der Forschungen entstand die Vorstellung, dass Schneiderfranken den Werkbestand des Kulturhistorischen Museums (Görlitzer Sammlungen) – der im Dritten Reich stark dezimiert wurde – um Exponate überregionaler Vertreter des Jakob-Böhme-Bundes ergänzen würde, um ein vollständiges Bild zu schaffen. Diesem Impuls folgend wurden u.a. Werke erworben, die in den Ausstellungen Die Suchenden – Die Kunst des Jakob-Böhme-Bundes (1920-2024) im Mai 2024 in den Görlitzer Sammlungen sowie Für die Unsrigen im April 2025 im Dom Kultury in Görlitz präsentiert wurden.


2024 – Retrospektive „Die Suchenden – Die Kunst des Jakob-Böhme-Bundes 1920-2024“, Görlitzer Sammlungen

Ein Höhepunkt der Verlagsreihe Magische Blätter war 2024 die Retrospektive in den Görlitzer Sammlungen, die vom 4. Mai – 17. November 2024 im Kaisertrutz, zum 400. Todesjahr Jacob Böhmes stattfand.


Exposé Ausstellung   ·   Interview mit Kurator Kai Wenzel   ·   Programm

„Die Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur danken sehr herzlich Klaus Weingarten,

Jan Korthäuer und Ronald Steckel † für ihre mehrjährigen Recherchen zum Jakob-Böhme-Bund.” (S. 8) 


„Von Februar 2020 bis Dezember 2023 gab der Künstler Klaus Weingarten eine neue Folge der

„Magischen Blätter” im eigenen Verlag heraus. In 16 Bänden versammelte sie zahlreiche seltene Quellentexte über den Jakob-Böhme-Bund und seine Aktivitäten. Darüber hinaus enthalten sie aktuelle Betrachtungen zur Mystik, die die Ideen des Jakob-Böhme-Bundes fortführen. Für die heutige Suche nach dem Bund bilden

die neuen „Magischen Blätter” einen zentralen Ausgangspunkt.” (S. 9)

Ausstellung Die Suchenden – Die Kunst des Jakob-Böhme-Bundes 1920-2024

Ausstellung Die Suchenden – Die Kunst des Jakob-Böhme-Bundes 1920-2024 © Görlitzer Sammlungen

Die Ausstellung und der begleitende Katalog sind das Ergebnis intensiver, mehrjähriger Recherchen – die Suche nach dem Jakob-Böhme-Bund erwies sich als herausfordernd. Beides bildet einen bedeutenden Zwischenschritt, markiert jedoch nicht den Abschluss der Nachforschungen, sondern eröffnet neue Perspektiven und Fragen, die künftig vertieft werden.

DIE SUCHENDEN

Die Kunst des Jakob-Böhme-Bundes


KATALOG GÖRLITZER SAMMLUNGEN, 104 Seiten

19,90 €

Versandbedingungen Görlitzer Sammlungen

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2025 – Ausstellung „Für die Unsrigen – Ein Impuls. In Memoriam Ronald Steckel“, Dom Kultury Görlitz

Die Ausstellung vom 11. April bis 8. Juni 2025 im Dom Kultury dokumentierte die künstlerische Entwicklung des neuen Jakob Böhme Bundes sowie Werke von 19 internationalen Künstlerinnen und Künstlern.

  • Ad Swinkels, Ohne Titel, Keramik
  • Hauke Johanna Gerdes, Altocumulus stratiformis perlucidus, Schwarz-Weiß Fotografie, Handabzug auf Silbergelatine Barytpapier, 2019, Veit-Johannes Stratmann, Arcangelo, Eitempera, Öl auf Holz, 2016
  • Hauke Johanna Gerdes, Ohne Titel, Öl, Holzlasur, Gips auf Leinwand, 2006
  • Ausstellung, Für die Unsrigen - ein Impuls, Raum 1, 11.04. - 8.06.2025, Dom Kultury in Görlitz
  • © Fotografin Hauke Johanna Gerdes

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    Künstlerische Freiheit und Offenheit – frei von den Zwängen eines festen Manifests – prägen sowohl den historischen als auch den neuen Bund. Im Mittelpunkt steht das Verhältnis des Menschen zu Gott.


    Wie Ronald Steckel, Künstler und Mitbegründer des Projekts, betonte, geht es um: „Die Arbeit an sich selbst“ – ein Leitgedanke, der das Gesamtwerk prägt.


    Der Veranstaltungsort trägt historische Bedeutung: Als ehemalige Oberlausitzer Gedenkhalle (Kaiser-Friedrich-Museum) war er 1919 Schauplatz der Einzelausstellung von Bô Yin Râ Griechische Landschaften, Deutsche Landschaften & Blumenstücke und trug 1920 gemeinsam mit Fritz Neumann-Hegenberg zur Gründung des historischen Jakob-Böhme-Bundes bei.


    Einladung & Programm  ·  Ausstellungsplakat  ·  Das Reich der Kunst-Plakat


    Künstlerinnen & Künstler:


    Hauke Johanna Gerdes / Hannover

    Annika Hippler / Berlin

    Fred Kelemen / Berlin

    Esteban Kleist / Weißling bei München

    Almut Kleist / Weißling bei München

    Bernd Rodenhausen / München

    Jan Korthäuer / Hannover
    Organisation zur Umwandlung des Kinos / Hannover

    Sector 16 / Hannover

    Werner Ruefli / Olten (CH)

    Herbert Sax Baerlocher / Fextal (CH)

    Sarah Havah Theebaum / Winchester (USA)

    Michael Stratmann / Essen

    Veit-Johannes Stratmann / Krefeld

    Louis Swagerman / Amsterdam (NL)

    Ad Swinkels / Oisterwijk (NL)

    Hermann Speth / Stuttgart

    Matias (Ma-Ti) Gotzmann / USA

    Klaus Weingarten / Hannover



    Der bildstarke 17. Abschlussband Almanach der Magische Blätter 2026 ergänzt die begleitenden Ausstellungen und markiert den Gipfelpunkt dieser einzigartigen Spurensuche.


    Ab sofort ist er als Einzelband sowie als Spezialedition mit allen 17 Bänden der Magischen Blätter bestellbar.

    ALMANACH DER MAGISCHEN BLÄTTER 2026

    Zum 150. Geburtsjahr von

    Joseph Anton Schneiderfranken


    BUCH, 455 Seiten

    20,00 €

    zzgl. Versand *

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    2025 – Philosophus Teutonicus & Plenum des Jakob Böhme Bundes zum Filmprojekt, Kultur Salon Görlitz

    Am Tag des offenen Denkmals, den 13. September 2025 wurde im Kultur Salon in Görlitz erstmalig das Hörstück Philosophus Teutonicus – Eine Reise auf den Spuren Jacob Böhmes, des ersten deutschen Philosophen aufgeführt. Text, Erzähler und Musik stammten von Ronald Steckel (1993, 70 Min.).


    Anschließend fand das Plenum des Jakob Böhme Bundes statt. Klaus Weingarten erläuterte, wie das Filmprojekt auf Grundlage jahrelanger Recherchen die Jahre 1920 bis 1924 des Jakob-Böhme-Bundes rekonstruieren und sichtbar machen will.


    Die 1920 gegründete Künstlervereinigung verwandelte Görlitz für kurze Zeit in ein Zentrum moderner Sakralkunst, in dem das geistige (nicht mentale) Klima und optimale Wachstumsbedingungen für die Entwicklung junger Künstler gefördert wurden. Ziel des Projekts ist es heute, die Stadt Görlitz aktiv in die Filmproduktion einzubeziehen und das kulturelle Erbe lebendig erfahrbar zu machen.


    Im Plenum wurden erste Skizzen und Arbeitsergebnisse vorgestellt – die Beteiligung der Öffentlichkeit ist ausdrücklich erwünscht. Schreiben Sie uns: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu